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Kurze Chronik des Ortes Lichtenhain

mit Ergänzungen von Tobias Herold (*1771 +1862), Alfred Geiling (*1883 +1957) und Leni Groitzsch (*1933):

1223    urkundlich belegte Ersterwähnung

1505    wurde die Sct. Christei gebaut.

1724    den 28. Februar brannte der Ort bis auf 5 Häuser und die Kirche ab, auch sämtliche Kirchenbücher werden vernichtet.

1756    den 21. Jan. Gründung der Commune-Brauerei.

1801    den 28. Februar ist ein fremder Mann, dessen Herkommen niemand wußte, auf den Langen Wiesen gefunden worden und den anderen Tags, als den 1. März allhier gestorben und der Jenaischen Anatomie überliefert worden.

1801    den 17. Dezember ist die kleine Glocke, welche in Apolda gegossen wurde, zum ersten Male geläutet worden.

1802    ist ein Ofen in die Kirche gemacht worden und den großen Bußtag vor Weihnachten zum ersten Male eingeheizt worden.

1804    ist ein sehr fruchtbares Obstjahr gewesen aber Mißwachs an Getreide, besonders an der Gerste, und das Jahr darauf 1805 eine fruchtbare Ernte gewesen, doch hat der Jenaische Scheffel Korn anfangs Mai 9 und ist gestiegen bis August auf 18 Taler und die Gerste hat 12 Taler gekostet.

1805    fingen die Feindseligkeiten zwischen Preußen und Frankreich anfangs Herbst an und die preußischen Truppen überzogen unsere Gegenden. Den ersten Weihnachtsfeiertag wurden bei uns 54 Füsiliere einquartiert bis Lichtmeß, da wurde mit Preußen Friede, und eben das Jahr 1806 fingen die Feindseligkeiten im Herbst wieder an, die Preußen überzogen unsere Gegenden aufs neue und es entstand ein blutiger Krieg. Den 13. Oktober (Montag) war der fürchterliche Tag, da die Franzosen bei uns einrückten und plünderten. Den 14. und 15. geschah eine große Schlacht bei Cospeda und Auerstedt und der ganzen Gegend.

1809    am Freitag den 10. Februar ist [Joh.]Gottfried Rößler [*1874 +1831], [Joh.]Daniel Hüttenrauch [*11.04.1787] und Nikolaus Taubeneck [*03.09.1779] wegen Schafdiebstahl allhier arretiert worden und Dienstag den 9. Mai jeder auf 2 Jahr auf die Leuchtenburg gefahren worden.

1809    den 14. Okt. Friede zwischen Österreich und Frankreich, der von hiesiger Kanzel verlesen wurde.

1810    am 1. Januar an sind die dritten Feiertage abgeschafft worden.

1813    den 4. Okt. Einquartierung von 500 Franzosen, am 6. Oktober zogen sie fort und am 7. Okt. erschienen sie wieder und verwüsteten den Ort. Auch in der Kirche waren Mann und Pferde einquartiert, aber zogen morgens wieder fort.

1814    den 11.-19. Juli Einquartierung von 587 Mann russischer Reiterei und Infanterie. Rückzug aus Frankreich.

1816    ist ein großes Mißwachsjahr gewesen wegen großer Nässe.

Die Aussicht war anfangs gut. Der Roggen hat so sehr geblüt, daß sich die Ähren bügten (beugten). Der älteste Mann konnte sich solches nicht erinnern. Nach Pfingsten ist das Getreide gestiegen, daß der Scheffel Korn 15 Pf. und die Gerste 10 Pf. beinahe das ganze Jahr gekostet. Nach Johanni hat man das Schock alte Kartoffeln mit 5 Groschen bezahlen müssen und den 7. August ist das Bier für 8 Pf. geschenkt worden das ganze Jahr. Aber das Jahr 1817 war das schönste Jahr. Der jenaische Scheffel Korn kostete 18 Taler und die Gerste 12 bis 13 Taler und das Maß Bier wurde für eine Zeit lang für 9 Pf. geschenkt. Das halbe Viertel alte Kartoffeln wurde zu Johanne 1817 mit 12 bis 14 Groschen bezahlt. Zu der Ernte war den Meister Becker in Jena seine Gerste am Mittelwege die Erste reife Frucht. Der erste Wagen wurde mit Blumen behängt und mit Musik und dem Geläuten aller Glocken in die Stadt gefahren und vom Stadtturm wurde das Lied: "Nun danket alle Gott" geblasen.

1818    den 25. April ist Gottfried Rößler und Nikolaus Taubeneck wegen Schafdiebstahl allhier arretiert und nach Schlöben geführt, aber den 14. August haben sie einen körperlichen Eid abgelegt, daß sie unschuldig wären und wieder losgelassen worden.

1818    ist ein sehr fruchtbar Jahr gewesen, besonders an Obst aller Arten in Überfluß.

1819    den 14. Februar, abends 12 Uhr hat sich Christof Döbbel, eine ledige Mannsperson von 23 Jahren, aus Vorsatz im Bette erschossen und ist der Anatomie in Jena überliefert worden.

1819    den 21. Februar hat der Herr Diakonus Göthe [Gete] seine Abschiedspredigt gehalten und ist als Superindent nach Alstädt gekommen.

1819    den 21. November, den 24. Sonntag nach Trinitatis am Erntedankfeste, hat der Herr Diakonus Kleye seine Antrittspredigt gehalten.

1819    ist ein sehr fruchtbar Jahr gewesen, an Getreide und Obst and allerart Zugenüsse. Den jenaischen Scheffel Korn hat am noch Ausgangs des Jahres für 3 Taler und die Gerste für 2 bis 6 Taler gekaufet und das Maß Bier ist am 21. November auf 5 Pf. herabgesetzt worden.

1820    ist wiederum ein sehr fruchtbar Jahr gewesen, besonders an Zwetschgen. Obst gab es in Überfluß. Der jenaische Scheffel Weizen hat 5 Taler, der Roggen 3-4 Taler, die Gerste 2 Taler bis 4 Taler und 6 Groschen gekostet. Das Maß Bier 5 Pf. Der Korb Äpfel 4-5 Groschen. Der Scheffel gebackene Zwetschgen 4 bis 5 Pf.

1820    den 6. Juni wurde das Corps Thuringia mit 24 Mann gegr. (Gründer war Frank) und taten ihre Burg (Exkneipe) gemeinschaftlich mit den Sachsen in Lichtenhain auf. 

            Diese Burg lag damals links am unteren Ende des Dorfes, der Burgvogt hieß Fritz 1818-26. 1826 verliessen sie die Burg bei Fritz und zogen schrägüber auf die rechte Seite. Der Burgvogt hiess August der Postmeister. Die Burg in Lichtenhain wurde 1839 bei Taubenecks, dem vorletzten Hause hinter der Kirche, verlegt. 1866 bei Blochbergers, jetzt bei Scheers. Am 7. Juni traten zwei Kurländer, Conradi und Weber aus dem Corps Thuringia aus und gründeten das Corps Saxonia.

                Durch den lebhaften Verkehr mit den Studenten, welche Lichtenhain viel besuchten; wurde das echte Lichtenhainer Weissbier überall bekannt und in jeder Universitätsstadt gibt es jetzt Lichtenhainer in den Original-Holzkännchien. (Siehe über Brauerei.)

1821    ist ein kaltes und nasses Jahr gewesen. Im Monat Mai ist fleckenweise der Roggen erfroren. Das Getreide war sehr strohreich, aber wenig Körner. Im Juni sind noch die Bohnen und Kartoffeln erfroren. Aber das Getreide ist doch nach der Ernte wohlfeil gewesen. Der Scheffel Roggen kostet 3-7 und die Gerste 2-7 Taler.

1822    den 16.1. ist Freiherr von Hardenberg im Alter von 89 Jahren gestorben.

1822    brannte das Wohnhaus des Böttchermeister Christof  Wohlfeld nieder.

1822    den 14. Mai ist unser durchlauchtigster Herzog von Gotha in einem Alter von 50 Jahren gestorben und ist 3 Wochen Trauer gelitten (geläutet) worden.

1822    ist in der Nacht vom 17. bist 18. August bei dem Böttchermeister Christoph Wohlfeld eine Feuersbrunst entstanden und das ganze Haus in die Asche gelegt worden. Aber die Scheune mit dem Getreide wurde gerettet. Den anderen Tag, als den 19. Trinitatissonntag wurde die Feuerpredigt von den Herrn Diakonus Marus gehalten über Siracham 18. Vers 26.

1823    den 26.10. ist das 100 jährige Kirchen-Jubiläum gefeiert worden.

1824    den 25. Januar hat der Studiosus Kirchhof seine Abschiedspredigt gehalten.

1824    den 3. Februar hat der Herr Diakonus Käferstein seine Antrittspredigt gehalten.

1824    den 27. Februar hat die hiesige Gemeinde einen steinernen Borntrog für 5 Thaler in Ammerbach bei Hundertmarken gekauft und an den hintersten Born gesetzt worden.

1824    den 12. August, Donnerstag, brach bei Karl Scheiden ein Feuer aus. Das Stroh und Schindeldach, welches brannte, wurde gleich abgerissen und das Feuer gelöscht.

1824    den 8. September wurde Christoph Schmidt in Verhaft genommen, weil er sich an den Gerichtsdiener Meldau (Mehltau) vergriffen, und die Gerichte beschimpft hat, und den Wächter Gottfried Wohlfeld wieder entlaufen und den Klotz und Kette vom Fuß gemacht und in die Saale geworfen, aber in Jena gleich wieder aufgefangen und von hier nach Schlöben gebracht, aber den 15. Oktober wieder losgelassen, aber den 27. Januar 1825 hier wieder arretiert und nach Altenburg gefahren worden auf ein halb Jahr Zuchthausstrafe.

1824    war ein fruchtbar Jahr an Getreide und Gemüse, aber wenig Obst, die Spannraupen hatten die Bäume fast alle abgefressen. Der jenaische Scheffel Korn kostete Ausgangs des Jahres 2 Thaler und die Gerste einen Thaler und 12 - 14 gr. und anfangs 1825 ebenso.

1825    den 11.12. starb unser früherer Herzog Friedrich der IV., der letzte Zweig des gothaischen Hauses

1826    den 20. November ist die Gemeinde Lichtenhayn und das Amt Camburg an das Herzogtum Meiningen gefallen.

1827    war ein sehr kalter Winter und ein sehr großer Schnee, und währete vom 18. Januar bis Fastnacht.

1827    den 9. April, Montag, starb der Bürger Urlau aus Jena allhier plötzlich an einem Schlagfluß bei Mstr. Herzern. Er wurde in einem Wagen nach Jena gefahren und den 12. April, als den grünen Donnerstag dort beerdigt. Die hiesige Schule und Kirche haben alles bezahlt bekommen. Während der Beerdigung wurde hier geläutet.

1827    den 10. August, ist Gottfried Rößler wegen Schafdiebstahl wieder arretiert worden und in Schlöben gesessen bis 1828 den 3. Juli, da er auf 3 Jahre nach Maasfeld geschafft wurde.

1827    den 24. Trinitatis hat der Herr Archidiakonus Ackermann seine Antrittspredigt gehalten.

1828    war ein Mißjahr an Getreide. Der Scheffel Korn stieg bis auf 6 Taler, die Gerste bis 4 Taler, aber eine sehr reiche Kartoffelernte.

1829    war ein sehr fruchtbares Jahr. Obst und Gemüse gab es in Überfluß, aber der Winter trat frühzeitig ein, von Martini bis 1830 zur Fastnacht

1830    ist Gottfried Rößler zu Maasfeld auf dem Zuchthaus gestorben.

1830    den 17. Sept., abends 10 Uhr, brannte das große Gartenhaus nebst Scheune und Stall des Herrn Hofrath Suckow in Jena, in hiesiger Flur (an Stelle des jetzt Prof. Dr. Knorr'schen Besitzes) gelegen, nieder.

1831    den 7. Januar, Freitag Abend um 8 Uhr ist ein großes Nordlicht gesehen worden.

1831    den 22. September ist der Zimmergeselle Bogold aus Jena vom Schlagfluß gestorben am Mühlwege, dicht am Dorfe gefunden und Sonntag,

1832    war ein sehr fruchtbares Jahr an Getreide und Obst, dessengleichen sich der älteste Mann nicht erinnern wußte. Der Korb Äpfel ist für 3 Groschen verkauft worden.

1832    ist ein neuer Gerichtshalter hier eingesetzt worden namens August Friedrich und die Gerichtstage mußten von der Zeit an hier gehalten werden.

1833    am Mittwoch nach Fastnacht ist die alte Linde bei Treffers Hause ausgegraben und eine neue hingepflanzt worden.

1833    im Monat Oktober ersäufte sich der hiesige Nachtwächter Christian Löber in der Saale und ist nach Jena auf die Anatomie gekommen.

1835    ist ein sehr dürres Jahr und ein großer Wassermangel und sehr wenig Zugenüsse, aber eine sehr gute Ernte und desgleichen 1836.

1836    im Monat September ist ein Wetterableiter auf die Kirche gemacht.

1836    den 31. Dezember, Sonnabend, früh um 1 Uhr starb Christoph Schmidt auf seinem elenden Strohlager im alten Gemeindehaus. Da ihn nun der Schlossermeister Schlönhof in Jena in der Leichenkasse hatte, so bekam die Gemeinde 8 Taler zu seiner Beerdigung und wurde mit dem Schullehrer begraben. Die Leichenpredigt war das 12. Kapitel aus dem Prediger Salomon. Er war in seiner Jugend ein Verschwender, und starb in seinem 56. Jahr als ein elender Bettler, er wurde den 2. Januar 1837 begraben.

1837    den 10. September, als dem 13? Trinitatiussonntag tat der Herr Archidiakonus Ackermann seine Abschiedspredigt.

1838    den 25. Januar, kam ein neuer Schullehrer Friedrich Breitschol (eigentlich Pröschold) aus Gräfenthal hierher und den 5. Februar die erste Schule gehalten und den 18. Februar, als am Sonntag von Sämon ? von Diakonus Käferstein eingeführt worden und ist einmal die Reihe rumgespeist worden. Und der alte Lehrer in Pension gesetzt worden.

1838    den 11. Februar hat Archidiakonus Klopffleisch seine Antrittspredigt gehalten.

1838    vom 10. bis 11. Mai tat es einen großen Frost, daß alle Bäume, Gras und Saat erfroren, und das Getreide stieg bis auf 8 ? das Korn das ganze Jahr, wegen der schlechten Kornernte. Es gab kein Obst, auch keine Herlitzen, Schlehen, Hagebutten oder Mehlfäßchen.

1838    den 22. Juli erschoß sich der Doktor Ficken auf dem Ammerbacher Forste gegen Mittag. Er ward in Ammerbach begraben.

1838    Gründung des Gesang-Vereins auf Veranlassung des Herrn Lehrer Pröschold.

1839    am Donnerstag den 3. Januar, starb der alte Schullehrer Gottfried Seifert (Säuffard) abends um 8 Uhr.

1839    den 19. Juni, ersäufte sich Jakob [Martin] Friedrich Lindemuth [*2.5.1798] im Saalestrom. Er ward der Anatomie in Jena überliefert.

1840    war ein sehr fruchtbar Jahr an Getreide, Obst und Kochspeisen.

1840    den 8. November, als am Martinstage, hatten wir ein großes Donnerwetter mit einem fürchterlichen Schloßenwetter (Hagel).

1841    den 21. Februar tat Herr Diakonus Schlögel seine Antrittspredigt.

1843    den 30. Juli, Sonntag, ist [Heinrich Carl] Louis Fleckstein arretiert worden und ich habe bei ihm gewacht den 4.,11.,19.,28. Juli und den 5.,13.,22.,30. August. Dienstag den 12. September ist er losgelassen.

1844    den 30. Januar, Dienstag, ist Gottfried Schlegel wegen Diebstehlen arretiert und hat in der Darre gefänglich gesessen bis 27. März, wo er auf ein Jahr nach Maasfeld gebracht wurde, aber nach 2 Monaten begnadigt und losgelassen.

1846    den 17.12. feierte S. Hoheit unser Hochseliger Herzog Bernhard Erich Freund sein 25 jähriges Regierungs-Jubiläum. Die Gemeinde sandte nach Meiningen eine Deputation, im Orte selbst wurde die Feier begangen durch Festläuten, Illumination der Schule und des Gemeindehauses, sowie durch eine Gemeindeversammlung bei Freibier.

1847    den 8. Februar, bei einer großen Kälte und tiefsten Schnee wurde Christian Gerstenberg, gebürtig aus Frankendorf, auf dem Forste, bei dem Fuchsloche erfroren tot gefunden. Er wurde mit dem Camburger Amte aufgehoben und hier regelmäßig begraben den 13. Februar 1847. Sein Alter 23 Jahre und 6 Monate.

1847    fand ein Bewohner bei dem Neubau eines Hauses und zwar bei der Aufräumung eines verschütteten alten Kellers in einem Gefäß 60 Stück Silbermünzen; alte meissner und hessische Groschen in 12 Varietäten aus der Zeit 1407-1414.

1861    brannte die Scheune des Landwirts Michael Taubeneck ab.

1875    baute Friedrich Wohlfeld eine Weißbier-Brauerei.

1878    Gasthaus Lauenstein erbaut.

1881    wurde die dritte Weißbier-Brauerei von Herzer und Wimmer erbaut.

1883    Krieger- und Militär-Verein gegründet.

1888    Errichtung einer Buchdruckerei von Ludwig Seifert.

1890    brannte die Scheune des Landwirts Karl Herzer nieder.

1890    Anlässlich der 25 jährigen Wiederkehr des Tages der Neubegründung des deutschen Reiches wurde eine kirchliche Feier zur Ehrung unserer Veteranen veranstaltet, dieselben nahmen auf Stühlen, welche mit Girlanden geschmückt waren, vor dem Altar Platz.

            Am Abend des 7.Sept. wurde ein Festessen abgehalten, zu dem die Veteranen eingeladen wurden. Darauf folgte ein Festkommers, welchen der Gesang patriotischer Lieder und die Ansprachen des Herrn Pfarrer Ackermann und Herrn Lehrer Kirchner belebten.

1898    Gründung des Verschönerungs-Vereins.

1899    Restaurant Waldschlösschen erbaut.

1900    Lichtenhain zählt 925 Einwohner

1901    Die Lichtenhainer können auf der neuen Straßenbahnlinie von der Schubertsburg aus in die Innenstadt fahren. Diese Bahn wurde im Volksmund nur die "Elektrische" oder "Funkenkutsche" genannt. Sie war nur durch eine Stange mit der Oberleitung verbunden und verlor des Öfteren den Kontakt mit dieser.

1903    Lichtenhain erhält in der Georgstraße 25 (heute Lützowstraße) ein Pfarrhaus, denn seit 1903 hat Lichtenhain mit Ammerbach und Nennsdorf ein eigenständiges "Herzogliches Pfarramt".

1904    In der Mühlenstraße 36 wird eine neue Schule gebaut (abgerissen am 4.9.1996)

1906    Der Blitz schlägt in das neue Pfarrhaus ein.

1909    Der Lichtenhainer Obstbauverein wird gegründet.

1910    Auf der Latschke (Forst) wird am 22.Mai ein Überlebensfest gefeiert, da der vorausgesagte Weltuntergang, verursacht durch den Kometen Haley, nicht stattfand.

1910    Das Pfarrhaus ist über dem Konfirmandensaal wegen Hausschwamm einsturzgefährdet.

1911    Die Druckerei Seifarth geht an den Pflegesohn Heinrich Hörhold über.

1913    Das ehemalige Wohnhaus von Ernst Abbe wird wegen Erweiterung des Zeiss-Hauptwerkes originalgetreu nach Lichtenhain Mühlenstraße 103 umgesetzt und als Kinderheim genutzt

1913    Die Eingemeindung von Lichtenhain zu Jena erfolgt. Seit 1826 gehörte Lichtenhain zum Herzogtum Sachsen-Meiningen.

1912/13 Der Steinmetz Otto Kramer liefert aus seinem Steinbruch am Gräfenberg im Forst die Steine für den Bau der Camsdorfer Brücke.

1914    Die Lichtenhainer Feuerwehr wird neu gegründet, jetzt "Freiwillige Feuerwehr"

1918    Am 21.März brennt die Scheune von Hugo Derbsch. Die 5-jährigen Zwillinge Ernst und Rudolf brennen auch.

1920/21 Die Kommunebrauerei vor der Mühlenstraße 147 wird abgerissen. Nun gibt es nur noch die Brauerei "Herzer und Wimmer" (seit 1881) und Wohlfeld (seit 1878).

1922    Die Malzdarre wird zum Wohnhaus umgebaut.

1927    Das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 und des Weltkrieges 1914-1918 wird eingeweiht.

1929    Die neue Schule -Südschule- an der Tatzendpromenade wird schlüsselfertig an den ersten Direktor Paul Patzer übergeben. Paul Patzer war vorher Lehrer an der Lichtenhainer Schule.

1930    Lichtenhain wird an die elektrische Stromversorgung angeschlossen.

            Baubeginn für die Wohnhäuser an der Hermann-Löns-Str. auf ehemaligen Feldern und Wiesen.

1935    Die Einfamilien-Reihenhäuser an der Hermann-Löns-Straße werden bezogen.

1936    Das Wohnhaus Mühlenstr.38 mit 6 modernen Wohnungen, erbaut von Walter Jahn, ist bezugsfertig.

1938    Die Fa. Schott&Gen. kauft das Lauenstein-Haus (ehemalige Ausflugs-Gaststätte) und das dazugehörende Gelände und baut es zum Erholungs- und Aufenthaltsheim um. Es wurde später als Lehrlingswohnheim und Unterkunft für vietnamesische und ungarische Gastarbeiter genutzt.
Im Februar feiert der Lichtenhainer Gesangverein sein 100-jähriges Bestehen.
Eine neue Straße vom Mühltal zu den Kasernen auf dem Forst wird gebaut.

1939    Der Brauerei-Betrieb Herzer wird eingestellt, da kein volljähriger Nachfolger vorhanden ist.
Die Gebäude werden an die Spedition Kamprath für Lagerzwecke vermietet.

1940    Die Kriegseinflüsse werfen ihre Schatten auf Lichtenhain:
Auf den Häusern Mühlenstraße 40 und 123 werden Luftschutzsirenen angebracht.
Luftschutzkeller werden eingerichtet und gekennzeichnet.
Hinter der Mühlenstraße 100 wird ein Feuerlöschteich angelegt.
Am oberen Herrenberg, auf dem Kirchberg (Ammerbacher Platte) und oberhalb vom Waldschlößchen werden Sperrballons (Fesselballons) stationiert.
Vor der Latschke-Linde werden Baracken für Flak-Soldaten gebaut.
Zwischen Waldschlößchen und Schottplatz sowie zwischen Oberweg und Rosenweg werden Barackenlager für zwangsverpflichtete ausländische Arbeiter gebaut.
Abends und Nachts herrscht völlige Dunkelheit im Ort, da Verdunklungspflicht besteht.
Entlang der Tatzendpromenade liegen Nebelfässer. Sie werden bei Fliegeralarm geöffnet, um das Südwerk für feindliche Bomber unsichtbar zu machen. Im Umfeld der Fässer war durch die ätzende Säure alles verbrannt.
In den Gärten verschwanden die Blumenbeete, denn der Gemüseanbau (aber auch Tabak) wurde immer wichtiger.

1942    Eine erste verirrte Bombe schlägt im Pfarrgarten ein.

            Im Herbst bricht im alten Hertzer'schen Haus (Mühlenstraße 147) ein Brand aus und vernichtet den Heuboden der Scheune. Brandursache: Kinder haben auf dem Heuboden heimlich geraucht.

1943    Am Abend des 27.Mai gegen 21 Uhr überfliegen englische Mosquito-Bomber Lichtenhain. Ihr Bombenabwurf beschädigt Gebäude im Südwerk und die Südschule (Turm und oberstes Stockwerk der Mädchenseite).

1945    Am 17. und 19.März erfolgen schwere Bombenangriffe auf die Innenstadt und das Südwerk. Die Tatzendpromenade von der Mühlenstraße bis zur Südschule ist von Bombentrichtern übersät. Wenn man nachts zur Stadt sieht, ist der Himmel feuer-rot.

            Am 13.April ist der Feindalarm zu Ende und die ersten amerikanischen Panzer passieren die Tatzendpromenade. Im Jahn'schen Haus wird in 2 Wohnungen Quartier für 24 Stunden gemacht; die Mieter müssen ihrer Wohnungen räumen.

            Die Kriegsgefangenen in den Baracken auf dem Gelände des Schulgartens der Lichtenhainer Schule werden befreit.

            Ende Juni geht die Stadt in das Oberkommando der Sowjetischen Armee über. In den Kasernen auf dem Forst ziehen sowjetische Soldaten ein und in vielen Lichtenhainer Wohnungen werden welche untergebracht (hauptsächlich höhere Offiziere und Adjudanten).

1946    Der schwere Neubeginn. In den Gärten und auf den Feldern wird weiter gestohlen. Auch in den Häusern wird eingebrochen und Überfälle durch die russischen Besatzungssoldaten sind häufig. Doch es gibt auch erfreuliches: Die deutschen Soldaten kehren aus der Gefangenschaft zurück. Im Gasthof finden jeden Sonnabend und Sonntag Tanzveranstaltungen statt. Auf dem Waldschlößchen spielen 3-Mann-Kapellen zum Tanz auf.

1945    Zwischen dem Hardenbergweg Kreuzung Tatzendpromenade und dem Stadtzentrum (Kunstinsel am Engelplatz) gibt es wieder eine 1/2-stündliche Busverbindung. Die Busse werden mit Holzvergaser betrieben. Dazu steht am Hardenbergweg eine Schuppen mit kleinen Holzstücken. Die Busse haben auf der hinteren Plattform (abgeteilt vom Fahrgastraum) einen Kessel. Der Fahrer muß dann zum Nachfüllen mit dem vollen Holzkorb eine Leiter hochsteigen und durch eine Deckelöffnung seine Last abkippen.

1952    Die Georgstraße wird in Lützowstraße umbenannt.

            In der unteren Mühlenstraße übernimmt der VEB Jenapharm einen neuen Betriebsteil. Eigentlich sollte er die Betriebsakademie des VEB Schott beherbergen. Nun wird hier Streptomycin produziert. So wird nun das Gelände des ehemaligen Schulgartens genutzt, auf dem aber auch schon Baracken für Kriegsgefangene (Fremdarbeiter?) standen. Die "Düfte" der Produktion verpesten je nach Wetterlage die Luft.

1953    An der Döbereinerstraße entsteht die neue Südschule -Haus III- (Mittelschule, 10 Klassen)

1954    Der Dorfbrunnen wird wieder instand gesetzt. Im strengen Winter (Februar) waren die Zuleitungsrohre geplatzt. Nun sprudelt er wieder und es wird ein zünftiges Brunnenfest gefeiert.

1956    Ein voll beladenes Pferdefuhrwerk stürzt am Kirchberg um und begräbt den Lichtenhainer Plato Schuster unter sich. Für ihn kommt jegliche Hilfe, die erst aus dem Ort geholt werden mußte, zu spät.

            Am 23.1.1956 wird mit einer Drahtseilbahn, die das Schottwerk mit dem Otto-Schott-Platz auf dem Forst verbindet, die erste Lore Schutt transportiert. Die letzte Lore fährt am 1.7.1971. Eine Besonderheit dieser Drahtseilbahn war die Notwendigkeit einer Winkelstation oberhalb des Lichtenhainer Friedhofes.

1958    Auf den ehemaligen Feldern und Gärten oberhalb der Lönsstraße werden die AWG- Häuser bezogen (Arbeiter Wohnungs Genossenschaft Schott/Jenapharm). Die Straße wird Emma Heintz Straße benannt. (Emma Heintz war eine Frauenrechtlerin, die auch Ferienaktionen auf dem "Stern" organisierte)

1959    Die letzten drei Bauernwirtschaften Herzer, Wohfeld und Kittner (vormals Karl Geiling) werden zur LPG zusammengeschlossen und bearbeiten ihre Felder gemeinsam. Sie ist mit knapp 20ha landwirtschftlicher Nutzfläche die kleinste LPG im Stadt- und Landkreis Jena.

1962    Die Südschule erhält den Namen "Johann Gottlieb Fichte"

1967    Die Brauerei-Gebäude werden gesprengt und das Apel'sche Haus am Oberweg wird abgerissen. Es beginnt der Bau der neuen Zeiss-Produktionsgebäudes "6/70" (Plan-Ziel der Inbetriebnahme Juni 1970).

1968    Die Nikolai-Kirche erhält eine Innenausstattung im Zeitgeschmack.

            Am 25. April wurde im Beisein von Staatsoberhaupt Walter Ulbricht der Grundstein für den Bau 6/70 gelegt. Bis zu 5000 Zeissianer sollten dort ihren Arbeitsplatz finden.
Aber damit sind für Lichtenhain verschwunden:
- der alte gemütliche Oberweg
- der kurze Verbindungsweg (Hohlweg an der alten Brauerei) von der Mühlenstraße zu Oberweg
- im Hof des Gasthofes mußte der Schießstand weichen
- Hausgärten der oberen Mühlenstraße (rechte Seite) wurden in das Baugelände einbezogen

1961 ? Lichtenhain wird an die Trinkwasserversorgung der Ohra-Talsperre angeschlossen. Für das Oberdorf ist es eine große Erleichterung, denn in heißen trockenen Sommern reicht der Druck in der alten Leitung nicht mehr aus und die Versorgung mit Quellwasser von der Quelle am Teich hinter der Kirche und am Dorfbrunnen klappte auch nicht mehr. So bleibt oft nur das Anstehen am Wasserwagen oder nachts aufstehen und der Gang in den Keller, denn da tröpfelte es noch am Haupthahn.

1968    Am 2.Nov. erfolgt die Grundsteinlegung für das Lehrlingswohnheim der Betriebs Berufs Schule (BBS) Am Herrenberge 3 (hinter der Dumpfgasse) (jetzt Eigentum Kommunale Immobilien Jena (KIJ), genutzt vom Internationalen Bund (IB). Danach Am Herrenberge 5,7,9 für Schott bis 1991 (an der Winterleite, war später Hotel am Herrenberge, jetzt Appartement - Wohnungen eines privaten Eigentümers) und die Nr. 11 für Jenapharm (am Talweg, wird später Gästehaus der Universität).
Insgesamt  sollen 756 Plätze entstehen, geplante Baukosten 14,8 Mio. Mark.
Inbetriebnahme LWH I am 1.9.1968, LWH II am 1.9.1969 ???

1971    Am Forstturm wurde des 100ten Jahrestages der Grundsteinlegung gedacht.

            Im Nov. verstirbt im Alter von 84 Jahren Paul Patzer. Er begann seine Lehrertätigkeit in der alten Lichtenhainer Schule (jetzt Wohnhaus Lützowstraße 7), war dann Direktor der Südschule und langjähriger Organist der Nikolai-Kirche. Während der Nazi-Zeit mußte er den Direktor-Posten an der Südschule (Horst Wessel Schule) aufgeben.

1972    Im Februar wird das neue Zeisswerk (Bau 6/70, 200m x 127m, Gesamtfläche 114.000 qm, Höhe 45 m) in Betrieb genommen. Durch den Bau wurde Lichtenhain an die zentrale Kläranlage in Zwätzen angeschlossen. So können viele Lichtenhainer ihre Toiletten ohne Klärgrube anschließen.

            Außerdem entstand die neue Brücke der Tatzendpromenade über den Hardenbergweg, so daß die Talschleife wegfiel.

1975    Im August stöhnt die ganze Stadt unter tropischer Hitze. Eine ganze Woche lang steigt das Thermometer auf über 30°C.

            Im September gehören wir zu einer Großstadt (Jena hat über 100.000 Einwohner).

1979    Im Januar vernichtet bei eisiger Kälte im Morgengrauen ein Großfeuer bei Karl Herzer die Scheune und Teile der Stallungen. Es greift auf den Gasthof über, vernichtet die Kegelbahn und eine der 4 Linden.

1983    Im Stadtmuseum sind jetzt Nachbildungen der Lichtenhainer Fresken zu sehen.

1984    Das Abendglockenläuten muß eingestellt werden, weil die Elektrik aus den 30er Jahren verrottet ist.

1990    Auf dem Gelände der einstigen Bügelstube von Jenapharm (hinter dem Kriegerdenkmal) entstehen 4 Einfamilienhäuser.
Der Bau 6/70 wird Hauptsitz von Carl Zeiss Jena.
Jenapharm legt das Werk Mühlenstraße still.
Der Konsum in der Mühlenstraße 103 schließt, Die Lichtenhainer Einwohner müssen im Supermarkt im der ehemaligen Kantine des Zeiss-Südwerkes einkaufen.
Dort gibt es auch eine Gaststätte und eine Kegelbahn und nebenan ab etwa 1995 Sparkasse, Friseur, Arztpraxen und Apotheke.

1992    Um die Neue Technik unterzubringen muß das Gerätehaus der Feuerwehr umgebaut werden. Deshalb muß auch der Turm weichen, in dem früher die Schläuche nach den Einsätzen getrocknet wurden.

1993    Die Kasernen auf dem Forst werden von der Russischen Armee geräumt. Die Gebäude werden später Asylantenheim für Ausländer. Die Kasernenfläche wird renaturiert und Biotope (Tümpel) werden angelegt.

1993    Das Maibaumsetzen wird durch die Feuerwehr wieder belebt und ein Maifeuer wird abgebrannt.

1995    Das Brunnenfest wird wieder gefeiert.
Steinmetz Otto Kramer eröffnet mit 80 Jahren den Steinbruch am Gräfenberg wieder.

1996    Die Schule an der Mühlenstraße 36 wird gesprengt. Sie wurde bis 1954 als Schule genutzt, später als Kindergarten und -hort und für die vormilitärische Kinderausbildung genutzt.
Jetzt sind dort Parkplätze eines Autohändlers.
Der neu gefaßte Brunnen wird eingeweiht und mit einem zünftigen Fest auf dem Dorfplatz gefeiert. Die Wasserversorgung hierfür erfolgt über eine spezielle Leitung von der Quellstube an der Lützowstraße 14, da die Quelle an der Winterleite durch den Bau der Wohnheime zerstört wurde.

1997    Zum Tag des offenen Denkmals ist die Lichtenhainer Kirche geöffnet.

1998    Am Totensonntag wird am sanierten Kriegerdenkmal mit einer Schweigeminute der Gefallenen gedacht und ein Kranz niedergelegt.

1999    Die Tatzendpromenade zwischen Mühlenstraße und Lichtenhainer Straße wird in Carl Zeiss Promenade umbenannt.

2000    Im Juni feiert der Steinmetzbetrieb Otto Kramer sein 100-jähriges Jubiläum

2001    Hinter dem Kriegerdenkmal, zwischen Mühlenstraße und Lauensteinweg, werden zwei neue Wohnhäuser bezogen.

2002    Lichtenhain bekommt einen Ortsbürgermeister und einen aus 8 Lichtenhainern bestehenden Ortsteilrat.
Die Befugnisse des Ortsbürgermeisters sind beschränkt auf die Entgegennahme und Weiterleitung der Bürgeranliegen, Gestaltung des Maibaumsetzens und des Kinder- und Brunnenfestes zusammen mit dem Feuerwehrverein.

            Im November gewinnt die Lichtenhainer Jugendfeuerwehr beim Geländespiel der Jenaer Jugendfeuerwehr und verteidigt damit den Titel.

2003    Auf dem Lauenstein soll ein größeres Wohngelände entstehen. Dazu soll eine Zufahrtsstraße vom Beutenberg geschaffen werden. Da sich aber keine Interessenten finden, legt man das Projekt auf Eis.
Der Hang zum Lauensteinhaus an der Hohle erhält eine Stützmauer aus Betonfertigteilen.
Im Juli begeht das Lichtenhainer Pfarrhaus seinen 100ten Geburtstag und wird im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Der schönste Ort" gewürdigt. Zum Festgottesdienst in der Kirche und zum anschließenden Beisammensein im Pfarrhaus kamen ca. 150 Interessierte.

2004    Am 6.März pünktlich 18 Uhr erklingt zum ersten mal wieder das Abendläuten der Nikolai-Kirche. Die Älteste der drei Glocken stammt aus dem Jahr 1801.
Im April kommt es in der Mühlenstraße 153 bei Fam. Sufryd zu einem Brand. Die zum Party-Raum umgebaute Scheune wird total vernichtet.
Am 20.April erfolgt der erste Spatenstich für ein neues Feuerwehrhaus. Am 11.Juni ist Richtfest, im Dezember wird das neue Haus eingeweiht und gleichzeitig wird das 90-jährige Bestehen der FFW Lichtenhain gefeiert.

2005    Im April begeht Otto Kramer seinen 90ten Geburtstag und gibt sein Gewerbe auf. Es ist kein Nachfolger da.
Im August wird zum wiederholten Mal auf die dringende Erhaltung der Lichtenhainer Fresken hingewiesen. Nach Vergeblichen Bemühungen in den 90er Jahren sind die Fresken dem weiteren Verfall ausgesetzt. Die Restaurierungskosten werden auf ca. 13.000€ geschätzt.

2006    Im März vernichtet ein Feuer in der Mühlenstraße 151 die Geigenbauerwerkstatt von Michael Müller. Wertvolle Instrumente und Hölzer fallen dem Brand zum Opfer. Der Schaden beträgt ca. 150.000€.
Im April wird das erste der neuen Zifferblätter der Kirchturmuhr angebracht. Es wurde von Lichtenhainer Bürgern hergestellt. Auch das historische Uhrwerk wurde repariert. Doch es bedarf noch eines elektrischen Antriebes, da die alte Aufhängung und die Pendel auf Grund baulicher Veränderungen im Turm nicht mehr verwendet werden können.
Im Oktober erstrahlt das Abbe-Wohnhaus im neuen Glanz. Der neue Eigentümer Harry Sauer ließ es liebevoll restaurieren. Es dient als Wohn- und Geschäfts-Haus für seine Elektro-Firma.
Im Dezember geht Pfarrer Nolte in den Ruhestand. Nachfolgerin wird Pastorin Friederike Costa(-Müller). Sie bleibt jedoch in Winzerla wohnen und betreut außer Lichtenhain auch Ammerbach, Winzerla und Burgau.

2007    Die Berggesellschaft Forsthaus e.V. wird mit dem Ziel der Instandsetzung des Forst- und Bismarckturmes gegründet.
Im Juni wird das Forstfest wieder aus der Taufe gehoben.
Ab Dezember läuft die Kirchturmuhr wieder traditionell als Einzeigeruhr. Sie wurde 1848 durch den Hofuhrmacher Jakob in Weimar gefertigt.
Viele Lichtenhainer verkaufen ihre Waldgrundstücke an den Naturbund. Das Gelände am Coppanzer Weg (Krumme Laite) und an der Straße ins Mühltal (Gräfenberg) wird zum Naturschutzgebiet erklärt.

2008    Als Beitrag zur "Stadt der Wissenschaft" wird der neue Lehrpfad "Schlauer Ux" übergeben. Er führt vom Bismarckturm zum Schottplatz. 18 Stationen mit Schautafeln vermitteln Wissenswertes.
Die letzte der Lichtenhainer Litfaßsäulen in der Mühlenstraße 80 wird abgerissen. Es entstehen Stellplätze für Autos.
Mühlenstraße und untere Lützowstraße erhalten neue Hausanschlüsse für Gas, Elektro und Abwasser. In der Straße werden dafür neue Leitungen verlegt. Neue Straßenlampen werden aufgestellt, von denen eine Weinachten 2009 bereits wieder umgefahren wurde, weil sie an der engsten Stelle der Straße steht.
Auf dem Forst sind die meisten Kasernengebäude abgerissen, es wurden Biotope angelegt. Eine Plattenbau-Ruine und einige andere ältere Gebäude bleiben noch stehen.

2009    Die Druckerei Hörhold muß mangels Aufträgen ihren Betrieb einstellen.
Zu Ostern sind die Straßenbauarbeiten in der unteren Lützowstraße abgeschlossen, die Straße hat einen neuen Belag erhalten.
Im Mai hat Lichtenhain 1037 Einwohner.
Das Werk Mühlenstraße des VEB Jenapharm wird abgerissen.

2011    Die Fresken an der Kirche werden eingehaust, um sie vor weiteren Verfall zu schützen. Die Sanierung ist nun in ein gefördertes Projekt eingeschlossen. Partner sind die Bundesstiftung Umweltschutz, die Thüringer Denkmalpflege und mehrere Spezialistenbüros.
Auf den ehemaligen Gärten an der Mühlenstraße Ecke Ulrichweg entstehen 7 Einfamilienhäuser.

2013    Auf dem Grundstück von Steinmetz Otto Kramer beginnt der Bau von 2 Mehrfamilienhäusern mit Tiefgarage.
Das Albrecht'sche Haus Lützowstraße 9 wird abgerissen und auf dem Gewölbekeller entsteht ein neues Einfamilienhaus

2014    Vor dem IB wird eine nicht mehr benötigte Zisterne abgebaut, um für den neuen Kinderspielplatz das Gelände zu planieren. Der Kinderspielplatz wurde am 28.05.2014 eingeweiht.

            am 21.6. wird ein Gedenkstein für das Heil- und Erziehungsinstitut für Seelenpflege - Bedürftige Kinder Lauenstein (1924-1932) eingeweiht.

            In der Lützowstraße 9 ist das neu gebaute Zweifamilienhaus (ehemals Albrecht) bezugsfertig. Eine Sanierung des alten Bauwerks mußte wegen Schwammbefall abgebrochen werden. Dafür entstand über dem alten Gewölbekeller ein Neubau.

2015    am 24.3. wird in dem neu erbauten 3-Familienhaus der Familie Hindermann in der Lützowstraße 20 Richtfest gefeiert. Nach viel Erdbewegung entstanden auf der Tiefgarage 3 Wohneinheiten. Familie Hindermann wohnt selbst nicht drin.

            Die Mieter im Haus Lauensteinweg 33 (ehem. Schott Lehrlingswohnheim, jetzt Eigentümer Ernst Abbe Stiftung) müssen ihre Wohnungen verlassen. Grund: es sollen Komfortwohnungen entstehen. Ende des Jahres sieht alles anders aus: Die Stadt Jena sucht Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge und Asylanten aus arabischen Ländern. Sie schließt einen Mitvertrag für 5 Jahre ab und baut das Haus entsprechend um (einschließlich Fluchtweg an der Hinterseite). Der Umbau ist im Mai 2016 abgeschlossen, aber es kommen keine Flüchtlinge mehr. Nun wird nach einer anderen Nutzungsmöglichkeit gesucht.

2017    Im Stadtrat wird beschlossen, aus dem Haus Lauensteinweg 33 eine KiTa für ca. 50 Kinder zu machen.  Dazu sind wieder Umbauarbeiten erforderlich.

 

 

 

 

 

Die Mitgestalter der Lichtenhainer Chronik: