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Das Haus Lauensteinweg 33 hat eine sehr spannende Geschichte hinter sich und wurde schon einmal im vorigen Jahrhundert von Kindern bewohnt.

Zuerst als „Restaurant Lauenstein“ 1869 errichtet, erfreute es sich bald großer Beliebtheit als Ausflugsgaststätte mit großem Biergarten und schönem Ausblick über das Saaletal.

In Mayers Reisführer von 1898 wird es auch als Logierhaus erwähnt.

 

Auf einer Postkarte, welche den Poststempel 19.05.1900 trägt, ist es in der ursprünglichen Form zu sehen.

Vermutlich wurde die Gastwirtschaft durch die Auswirkungen des 1.Wekltkrieges aufgegeben und stand zu Beginn der 1920er Jahre leer und dem Verfall preisgegeben.

1923 fanden sich junge Jenaer Idealisten, welche bei Johannes Trüper auf der Sophienhöhe (Trüpersche Anstalt) arbeiteten, zusammen, um den Gedanken einer ganzheitlichen Heilpädagogik zu verwirklichen.

Man wollte nicht nur benachteiligte Kinder verwahren und beschäftigen, sondern auch mit Bildung fördern und zur Genesung beitragen.

Inspiriert durch die medizinische Schulung bei Ida Wegmann in der Schweiz und den Vorträgen von Rudolf Steiner machten sich Siegfried Pickert, Franz Löffler und Albert Strohschein aus Jena mit Unterstützung der in Jena tätigen Ärztin Dr. Ilse Knauer, für diese Idee stark.

Das verlassene Lauensteinhaus schien ideal und stand zur Verpachtung. So machte sich Albert Strohschein im April 1924 auf den Weg nach Stuttgart, um den Inhaber der Zigarettenfabrik „Waldorf Astoria“, Emil Molt, zu um Geld für dieses Projekt zu bitten.

Er bekam für die Pacht des Gebäudes auf dem Lauenstein von Ihm die stattliche Summe vom 1000 Mark geschenkt!

So konnte schon im Jahr 1924 mit der heilpädagogischen Arbeit auf anthroposophischer Grundlage im Lauensteinhaus begonnen werden.

Zu den genannten Personen gesellte sich noch Werner Pache, welcher als Gärtner nicht nur für, sondern auch mit den Kindern arbeitete.

Im Amtsdeutsch war zu lesen: „Bekam die schulische und medizinische Konzession als pädagogisch zentrierte Privatkrankenanstalt“.

Die Gründer vermieden bewusst das Wort „Anstalt“ und nannten ihr Projekt „Heil- und Erziehungsinstitut für Seelenpflege bedürftiger Kinder“.

Es bestand bis 1932. Trotz einer zweiten Stätte in Jena-Zwätzen wurde der Lauenstein zu klein und auch die politischen Verhältnisse in Deutschland wurden ab 1933 immer schwieriger.

Die Gründer machten sich auf, um diese Heilpädagogik mit Neugründungen in die Welt zu tragen.

Später wurde das Haus „Lauenstein 33“ von der Ernst Abbe Stiftung erworben und vom Glaswerk Schott&Gen. als Lehrlingswohnheim genutzt.

Danach zogen Gastarbeiter aus Ungarn und Vietnam ein, dazu wurden auch die beiden Baracken auf der anderen Seite der Lützowstraße gebaut.

Etwa ab 1980 wurde es von mehreren Familien als Mietwohnhaus genutzt, bis der Sanierungsbedarf einen Umbau nötig machte.

Statt der ursprünglich vorgesehenen Komfortwohnungen wurde es 2015 zunächst als Flüchtlingsunterkunft vorgesehen und umgebaut, aber nicht für diesen Zweck genutzt.

So wie einst den Heilpädagogen, fiel auch Dezernent Frank Schenker dieser Ort bei der Suche nach Räumlichkeiten für Kindertagesstätten auf.

Nach Verhandlungen mit der Abbe Stiftung erfolgte ein erneuter Umbau des Gebäudes für die Nutzung als Kidergarten.

Dieser wurde im Herbst 2018 eröffnet. X Erzieher betreuen Y Kinder im Alter von +- Jahren.

©Michael Müller & Matthias Hoch